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Paragliding auf dem Brenzone am Gardasee

Der Paraglider, auch Gleitschirm oder Gleitsegel genannt, ist das momentan einfachste und leichteste Instrument für den freien Flug, das auf dem Markt erhältlich ist. Gleitschirme haben ihren Ursprung in den steuerbaren Fallschirmen. Wie alle fliegenden Geräte ohne oder mit Motor benötigt der Gleitschirm eine externe Kraft, um die Widerstandskräfte zu überwinden und um den Flug beizubehalten.  Während des einfachen Gleitflugs bei ruhigem Wetter verliert der Schirm an Höhe und sinkt auf eine geneigte Ebene ab; dies erlaubt es ihm, eine Komponente der Gewichtskraft zu nutzen, eine externe Kraft, wie eine Antriebskraft in gleicher Richtung und der Widerstandskraft entgegengesetzt.  Um den Genuss des Fluges zu verlängern, muss der Pilot lernen, wie man am besten die Aufwinde nutzt, sonst wird er nur langsam absinke. Der Flug unter Verwendung der Aufwinde teilt sich je nach dem Ursprung des Aufwindes in zwei Kategorien ein: der thermische Flug nutzt die Aufwinde, die aus der Erwärmung der Luftmassen entstehen; andererseits nutzt der dynamische Aufwind die Luftströme, die dann entstehen, wenn Wind auf ein speziell geformtes Hindernis trifft (wie einen Hang).

GESCHICHTE DES GLEITSCHIRMS
Die Paraglider des Gleitschirms beginnt im Jahre 1965 mit dem von Dave Barish entworfenen Paraglider ‚Sailwing’. Barish nannte diese neue Disziplin „Slope Soaring“, auf Deutsch etwa ‚Gleitsegeln am Hang’. Parallel zu dieser Erfindung kreierte Domina Jalbert einen mehrzelligen, kastenartigen Fallschirm, der anstelle des parabolischen Fallschirms benutzt wurde: dem sogenannten Parafoil-Fallschirmkonzept. Dave Barish und Dan Poynter führten 1966 und 1968 auf einer Ski-Sprungschanze zahlreiche Vorführungen des Slope Soaring vor. Viele Alpinisten begannen sich nun für diese Sportart zu interessieren, bei der man auf schnelle, eindrucksvolle und natürlich auch spaßige Weise nach einer Bergbesteigung wieder ins Tal zurückkehren kann. Im Jahre 1978 sprangen drei französische Fallschirmspringer (Jean Claude Bétemps, Gérard Bosson sowie André Bohn) mit den rechteckigen Fallschirmen vom Berg Pertuiset, in der Nähe von Mieussy, Haute-Savoye in Frankreich. Sie sollten die ersten von vielen Fallschirmspringern sein, die sich für das Gleitsegeln am Hang interessierten. Laurent de Kalbermatten erfand 1985 den ‘Randonneuse’, den ersten Fallschirm, der für den Flug entworfen wurde. Es handelte sich hier um ein effektiveres Luftsportgerät, das einfacher aufzublasen war und höhere Leistung als andere Fallschirme der Epoche erzielte. Der Gleitschirm erfuhr nun kontinuierliche Entwicklungen, was Material und Konstruktionstechniken angeht und entwickelte sich so zu einer separaten Sportdisziplin.  Die ersten Gleitschirm-Weltmeisterschaften fanden im Jahre 1987 in Verbier statt, während die Weltmeisterschaften der luftakrobatischen Figuren zum ersten Mal im August 2006 in Villeneuve abgehalten wurden. Man kann aufgrund der kontinuierlichen Weiterentwicklungen nur schwer sagen, welches Modell ein echter Prototyp darstellt.  Momentan kommt das Modell PSYCHO Hammer EXTREM einer kleinen österreichischen Firma sehr gut an. 

AUSRÜSTUNG FÜR DEN GLEITSCHIRM
Die benötigte Ausrüstung besteht aus einem Schirm (normalerweise Schirmkappe genannt), der durch Fangleinen mit einem Gurtzeug für den Piloten verbunden ist. Der Pilot lenkt den Schirm anhand von zwei Steuerungen, den aerodynamischen Bremsen. Alle Schirme sind mit einer Vorrichtung ausgestattet, bei der die Beschleunigung mit den Füßen gesteuert wird, dem sogenannten „Pedal“; durch dieses System können die Leinen auf der Vorderseite des Flügelprofils verkürzt werden. Dies führt zu einer höheren Geschwindigkeit oder zu einer höheren Leistungsfähigkeit, je nach Einstellung und abhängig von den aerologischen Bedingungen (z. Bsp. besserer Anstellwinkel – ‚Penetration’ - des Flügelprofils zum Wind, wenn man Geschwindigkeit aufnehmen möchte bei starkem Wind oder Gegenwind).  Bei Betätigung des Pedals, das auch als SPEED bekannt ist, wird der Anstellwinkel des Flügels verändert. Diese Veränderung führt zu einer Geschwindigkeitsbeschleunigung. Sonderbarerweise ist in Italien das Tragen von Rettungsfallschirmen nicht vorgeschrieben. Aber nichtsdestotrotz werden diese von den Teilnehmern mit sich geführt und sind üblicherweise im Pilotensitz untergebracht. Diese Rundkappenfallschirme können durch einen Haltegriff herausgezogen werden.
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